Mittwoch, 28. Oktober 2015

Energetische Standards für Neubauten vorerst nicht verschärfen

Wegen neuer technologischer Möglichkeiten sollten die energetischen Vorgaben für Wohngebäude neu ausgerichtet werden. Das fordert Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand von Haus & Grund Bayern, anlässlich der Sitzung der Landesbauminister in Dresden.

„Den ökologischen Blick nur auf das einzelne Bauteil zu richten, ist schlicht nicht mehr zeitgemäß. Das Klima kann wesentlich effektiver geschützt werden, wenn ganze Quartiere energetisch optimiert werden“, erläuterte Dr. Kirchhoff. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) erweise sich in ihrer heutigen Form jedoch als Investitionshemmnis, weil sie beispielsweise den gebäudeübergreifenden Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken oder Anlagen für erneuerbare Energien nicht ausreichend berücksichtige.

Dr. Kirchhoff forderte zudem, die energetischen Vorgaben für Wohngebäude nicht wie bisher geplant im kommenden Jahr weiter zu verschärfen. „Wir werden auf absehbare Zeit mit einer stark steigenden Nachfrage nach Wohnraum in Deutschland rechnen müssen. Deshalb muss alles getan werden, um die Baukosten zu dämpfen. Die heute schon hohen energetischen Standards erlauben ein EnEV-Moratorium“, stellte Dr. Kirchhoff klar.